iPhone kindersicher machen: Apps und Websites für Erwachsene sperren
Hinter der Frage, wie man ein iPhone kindersicher macht, stecken eigentlich zwei ganz verschiedene Situationen, und jede braucht eine andere Lösung. Im ersten Fall bekommt ein Kind für eine Weile dein iPhone: ein Spiel auf der Autofahrt, ein Video im Wartezimmer beim Kinderarzt, die schnelle Recherche für die Hausaufgaben am Sonntag. Deine Banking-App, deine Mails, deine Fotos und das ganze Internet sind dann mit einem Wisch erreichbar. Im zweiten Fall hat das Kind ein eigenes iPhone, und es soll jeden Tag geschützt sein, nicht nur für eine halbe Stunde.
Dieser Ratgeber zeigt dir für beide Fälle die Schritte in iOS und sagt offen, was die einzelnen Lösungen nicht können. Wir entwickeln selbst einen App-Blocker, Tenki, und sagen dir, wann er passt. Hat dein Kind ein eigenes iPhone, sind Apples eingebaute Werkzeuge die bessere Wahl.
Kurz gesagt
- Eigenes iPhone des Kindes: Richte die Bildschirmzeit über die Familienfreigabe ein. Sie ist genau dafür gemacht, kostet nichts, und du verwaltest alles von deinem Handy aus, geschützt durch deinen Bildschirmzeit-Code.
- Dein iPhone, nur eine App: Nutze den Geführten Zugriff. Er beschränkt das iPhone auf eine einzige App, bis du einen Code eingibst.
- Dein iPhone, ein paar Apps und das Internet: Starte im App-Blocker eine Sitzung, die nur die Apps zulässt, die dein Kind nutzen darf, Websites für Erwachsene filtert und sich nur mit einem Code oder Tag beenden lässt, den du bei dir behältst.
Wenn das Kind ein eigenes iPhone hat: Kindersicherung mit Bildschirmzeit und Familienfreigabe
Für ein iPhone, das dem Kind gehört, ist Apples Kindersicherung die richtige Grundlage. Du fügst dein Kind über die Familienfreigabe deiner Familiengruppe hinzu und verwaltest seine Bildschirmzeit von deinem eigenen iPhone aus. Die Einstellungen sind mit einem Bildschirmzeit-Code geschützt, den nur du kennst.
In aktuellen iOS-Versionen führt der Weg ungefähr über Einstellungen → Familie → Name deines Kindes und dann in den Bereich Bildschirmzeit oder Apps & Websites. Dort kannst du unter anderem einstellen:
- Inhaltsbeschränkungen für Apps, Filme und Musik nach Altersfreigabe, dazu einen Webfilter mit „Websites für Erwachsene beschränken“ oder einer Liste, auf der nur erlaubte Websites stehen.
- Auszeit für die Nacht und die Unterrichtszeit sowie App-Limits für einzelne Apps oder ganze Kategorien.
- Kaufanfrage, damit jeder Download erst deine Zustimmung braucht.
- Kommunikationslimits, mit denen du festlegst, wen dein Kind anrufen und wem es schreiben darf.
Laut Apples Anleitung zur Kindersicherung ist „Websites für Erwachsene beschränken“ in der Familienfreigabe für Kinder unter 18 automatisch aktiviert. Apple benennt und verschiebt Menüpunkte immer wieder mit neuen iOS-Versionen. Wenn ein Schritt bei dir anders aussieht, halte dich an Apples aktuelle Hilfeseite.
Zwei Haken solltest du ehrlicherweise kennen. Erstens hängt alles an diesem einen Code: Schaut dein Kind dir beim Eintippen über die Schulter, kann es alle Einstellungen selbst ändern. Zweitens sind Zeitlimits leichter zu umgehen, als es scheint. Woran das liegt, erklären wir im Ratgeber Warum sich Bildschirmzeit-Limits so leicht ignorieren lassen; die Tipps dort helfen auch hier.
Wenn dein Kind dein iPhone für eine einzige App bekommt: Geführter Zugriff
Für den häufigsten Fall, ein Spiel oder ein Video, steckt die beste Lösung schon in deinem iPhone, und sie kostet nichts. Der Geführte Zugriff hält das iPhone in einer einzigen App fest. Home-Geste, Kontrollzentrum und alle anderen Apps sind gesperrt, bis du ihn mit deinem eigenen Code beendest.
- Öffne Einstellungen → Bedienungshilfen → Geführter Zugriff, schalte die Funktion ein und lege einen Code fest, der sich von deinem Gerätecode unterscheidet.
- Öffne die App, die dein Kind nutzen darf.
- Drücke dreimal schnell die Seitentaste und tippe auf Starten. Du kannst auch Bereiche des Bildschirms für Berührungen sperren, etwa einen Button, der zu In-App-Käufen führt.
- Zum Beenden drückst du wieder dreimal die Seitentaste und gibst den Code ein.
Seine Grenze ist zugleich seine Stärke: Er gilt für genau eine App. Sobald dein Kind eine zweite App oder das Internet braucht, gibst du wieder ein ungeschütztes Handy aus der Hand.
Wenn dein Kind dein iPhone für ein paar Apps und das Internet bekommt: eine Sitzung im App-Blocker
Das ist genau die Lücke zwischen den beiden anderen Lösungen. Eine Mal-App, eine Lern-App und der Browser für die Hausaufgaben sollen erlaubt sein, deine Mails, deine Nachrichten, dein Banking und Social Media aber nicht. Ein App-Blocker, der auf Apples Bildschirmzeit-System aufbaut, kann für die Dauer einer Sitzung alles andere sperren.
So ist die Sperre am schwersten zu umgehen:
- Erlauben statt sperren. Statt alles aufzuzählen, was dein Kind nicht öffnen soll, legst du fest, was es öffnen darf. Alles andere bleibt gesperrt, auch Apps, die du später installierst.
- Websites für Erwachsene filtern. Schalte für die Sitzung Apples automatischen Filter für Webinhalte ein. Braucht dein Kind nur zwei oder drei bestimmte Websites, erlaube besser nur diese.
- Code oder Tag selbst behalten. Lässt sich die Sitzung in der App mit einem Fingertipp beenden, passiert das früher oder später auch. Lege einen QR-Code oder einen NFC-Tag als einzigen Weg zum Beenden fest und behalte den Code bei dir, statt ihn auf dem Tisch liegen zu lassen.
- Hintertüren schließen. Schalte einen strengen Modus ein, der den App Store sperrt und verhindert, dass Apps gelöscht werden. Schalte für dieses Profil außerdem Pausen und Notfall-Freigaben aus.
- Mitteilungen stummschalten. Auch gesperrte Apps können weiter Mitteilungen anzeigen. Schalte einen Fokus wie „Nicht stören“ ein, bevor du das Handy weitergibst, damit keine Nachrichtenvorschauen auftauchen.
Was Apples Filter für Erwachseneninhalte kann und was nicht
Ob du ihn in der Bildschirmzeit einschaltest oder über eine App, die Apples System nutzt: Es ist immer derselbe Filter, nämlich Apples eigene Liste von Websites für Erwachsene. Ein paar Dinge solltest du darüber wissen.
- Er gilt in allen gängigen Browsern auf dem iPhone. Safari, Chrome und Firefox laufen auf dem iPhone alle mit Apples Web-Engine, deshalb greift der Filter auch dort. Ein Browser mit eigener Engine, wie er in der EU erlaubt ist, hält sich unter Umständen nicht daran.
- Er ist nicht lückenlos. Eine automatische Liste übersieht manche Seiten und sperrt hin und wieder eine harmlose. Weitere Websites kannst du von Hand zur Sperrliste hinzufügen.
- Er filtert Websites, keine Apps. Was in Social-Media-Apps, Video-Apps oder Spielen auftaucht, erfasst er nicht. Die Lösung dafür: solche Apps während der Sitzung gar nicht erst erlauben.
- Er ersetzt kein Gespräch. Kinder stoßen zufällig auf solche Inhalte, oft auch auf dem Handy von Freunden. Ein Filter verschafft dir Zeit und sorgt dafür, dass das seltener passiert. Den Rest leistet ein offenes Gespräch darüber, was ihnen begegnen kann.
Welche Lösung für welchen Fall
| Situation | Beste Lösung | Kosten | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Eigenes iPhone des Kindes, im Alltag | Bildschirmzeit mit Familienfreigabe | Kostenlos | Nur so sicher wie der Bildschirmzeit-Code |
| Dein iPhone, ein Spiel oder Video | Geführter Zugriff | Kostenlos | Nur eine App |
| Dein iPhone, ein paar Apps und das Internet | Sitzung im App-Blocker mit erlaubten Apps, Webfilter und einem Code oder Tag, den du behältst | Je nach App | Gedacht für die Person, der das Handy gehört, nicht zum Verwalten anderer Geräte |
Die Grenzen, ehrlich gesagt
Keine Einstellung allein macht ein Handy sicher. Ein Teenager mit eigenem Gerät, genug Zeit und einer Suchmaschine umgeht die meisten Sperren, wenn er es wirklich will, und manche dieser Umwege sind schlimmer als das, was du gesperrt hast. Die Lösungen oben funktionieren am besten bei jüngeren Kindern, für kurze Zeit und zusammen mit Regeln, die ihr gemeinsam besprochen habt.
Mach dir auch klar, wofür ein Blocker gedacht ist. Eine App wie Tenki ist für die Person gemacht, der das Handy gehört, in diesem Fall also für dich, wenn du es deinem Kind kurz überlässt. Tenki ist keine Kindersicherungs-App und nicht dafür gedacht, das eigene iPhone eines Kindes aus der Ferne zu verwalten. Dafür ist die Familienfreigabe da, und ein guter Blocker ergänzt sie, ersetzt sie aber nicht.
So geht es mit Tenki
In Tenki legst du ein Profil an, das du zum Beispiel „Kinder“ nennst. Bei den Apps schaltest du Nur ausgewählte Apps erlauben ein und wählst die wenigen aus, die dein Kind nutzen darf. Bei den Websites schaltest du Websites für Erwachsene sperren ein. Damit greift Apples Filter für Erwachseneninhalte, solange die Sitzung läuft, und du kannst zusätzlich eigene Websites eintragen. Wähle die Option Bis du sie beendest und als Weg zum Beenden einen QR-Code oder NFC-Tag. Schalte den Strengen Modus ein und deaktiviere für dieses Profil Pausen und die Notfall-Freigabe. Bekommst du das Handy zurück, scannst du deinen Code, und alles ist wieder wie vorher.
Der Filter ist an die Sitzung gebunden: Er ist aktiv, solange die Sitzung läuft, und endet mit ihr. Willst du Websites für Erwachsene auf deinem iPhone dauerhaft filtern, schalte „Websites für Erwachsene beschränken“ direkt in der Bildschirmzeit ein. Und wenn du den Code lieber nicht mit dir herumtragen willst, erklärt unser Ratgeber zu QR-Code-App-Blockern, wie du so einen Code einrichtest. Der QR-Code-Generator ist kostenlos, ob du Tenki nutzt oder nicht.